Die Blättlinge (Gloeophyllum spp.)

Zu der Gruppe der Blättlinge als holzzerstörende Pilze gehören der Tannenblättling, der Zaunblättling (Gloeophyllum sepiarium) und der Balkenblättling (Gloeophyllum trabeum).

Alle Blättlinge kommen im Freien an Zäunen, an lagerndem Holz, Holzbänken, Masten und an Schwellen vor [1]. Im Gebäude sind sie oft an äußerst feuchtem Holz zu finden, oft auch an Fenstern. Die Pilze verursachen Braunfäulen, sehr oft als starke Innenfäulen – ohne dass am Äußeren des Holzes auffällige Anzeichen einer Zerstörung bemerkbar sind. Die Pilze sind sogenannte Substratpilze, d.h. Oberflächenmyzel tritt selten oder gar nicht auf. Die Optima der Pilze liegen bei ca. 25 bis 35 oC und bei ca. 30-60% Holzfeuchte.

Dabei treten folgende Besonderheiten auf:

Tannenblättling als häufigster Vertreter der Blättlinge

Der Pilz bildet muschel- oder leistenförmige Fruchtkörper, welche oft aus Rissen wachsen. Vom befallenen Holz geht ein teerartiger süßlicher Geruch aus. Die Trockenstarre ist über mehrere Jahre möglich, d.h. der Pilz kann lange nach Einsetzen der Trockenheit wieder durch Feuchtigkeit aktiviert werden. befallen wird v.a. Tanne und Fichte. Der Pilz ist ein möglicher Prüfpilz gem. DIN EN 113.

Zaunblättling als zweithäufigster Vertreter der Blättlinge

Der Zaunblättling kommt mitunter zusammen mit dem Tannenblättling vor. Ein oranges Luftmyzel deutet oft eine baldige Fruchtkörperbildung an [2]. Die Fruchtkörper sind lederatig und biegsam zäh, wie ungestielte Muscheln., Konsolen oder sie sind leistenförmig. Die Oberseite ist kastanienbraun und rauh, die Ränder sind heller. Die Unterseite hat Lamellen, welche ockerfarben oder zimtfarben sind. Der Pilz befällt v.a. Kiefer.

Balkenblättling als weiterer Vertreter der Blättlinge

Der Balkenblättling hat einen etwas höheren Temperaturanspruch als die vorgenannten Blättlinge. Die höchste Zerstörungsrate wird bei ca. 33 oC erreicht [3]. Auch der Balkenblättling verströmt bei der Holzzerstörung einen süßlichen-teerartigen Geruch [1]. Der Pilz ist ein obligatorischer Prüfpilz nach DIN EN 113.

Konsolenartiger, brauner Fruchtkörper des Balkenblättlings als Vertreter der Blättlinge an einer Parkbank

Bedeutung und Schadensausmaß

Da diese Pilze oft Innenfäulen verursachen und die Schäden meistens von außen am Holzbauteil nicht zu erkennen sind, müssen hier durch den Sachverständigen spezielle Untersuchungsmethoden wie Bohrwiderstandsmessungen zum Einsatz gebracht werden. An Dachkonstruktionen ist ein Befall durch diese Pilze oft gefährlich – immer wieder hört man auch in der Gegenwart, dass Holzkonstruktionen „aus unbekannter Ursache und ohne äußere Schadanzeichen“ versagt haben… Die Erstellung eines detaillierten Holzschutzgutachtens mit Untersuchung durch geeignete Methoden ist die einzige Möglichkeit, derartige Befälle und Schäden (rechtzeitig) zu identifizieren, auch wenn ein Restrisiko für unbekannte Befälle und Schäden verbleibt.

Literatur:
[1] Weiß, Wagenführ, Kruse: Beschreibung und Bestimmung von Bauholzpilzen, DRW Verlag Weinbrenner GmbH & Co. KG, Leinenfelden-Echterdingen, 2000
[2] Langendorf: Handbuch für den Holzschutz, Fachbuchverlag Leipzig, 1961
[3] Huckfeldt, Schmidt: hausfäule- und Bauholzpilze; Verlagsges. Rudolf Müller GmbH & Co. KG, Köln, 2006

Vorbeugender Holzschutz am Bau für Ihr Projekt

Der Holzschutz umfasst im weiteren Sinne alle Maßnahmen , die eine Zerstörung des Holzes durch Schadorganismen verhindern sollen oder einer Wertminderung und dadurch Gebrauchsminderung entgegen wirken sollen. Hierbei wird in vorbeugende und bekämpfende Holzschutzmaßnahmen unterschieden.

Vorbeugende Holzschutzmaßnahmen am Bau

Am Bau kann man die vorbeugenden Holzschutzmaßnahmen in drei verschiedene Kategorien einteilen:

  1. Organisatorischer H.
  2. Baulich-konstruktiver H.
  3. Chemischer H.

Zum organisatorischen Holzschutz am Bau während der Errichtung und in der Unterhaltung eines Bauobjektes zählt zum Beispiel, dass in der Bauphase Maßnahmen ergriffen werden, dass die Einbaufeuchte des Holzes nicht mehr als 18 % beträgt. Ein anderes Beispiel wäre das Monitoring – also eine regelmäßige, wiederkehrend Befallskontrolle durch eine sachverständige Person.

Der baulich-konstruktive Holzschutz umfasst Maßnahmen im Zuge der Planung und Ausführung, welche zum Ziel haben, eine Insekten-oder Pilzbefall auszuschließen oder mindestens so lange wie möglich zu verzögern. Hierzu zählen unter anderem folgende Prinzipien bzw. Maßnahmen:

  • Auswahl geeigneter Holzarten
  • Sicherstellen der Entwässerung
  • Sicherstellung der Belüftung
  • Sicherstellen der weitestgehenden Einsehbarkeit
  • Verhinderung von Erdberührung
  • Spritzwasserschutz u.a.

Die Tendenz des Verwendens von Chemischem Holzschutz war in den vergangenen Jahren rückläufig und stagniert zur Zeit, wobei zum Teil selbst von Kollegen „irrsinnige“ Herangehensweisen empfohlen werden. Die Zweckmäßigkeit und Vertretbarkeit von chemischem vorbeugendem Holzschutz hängt von folgenden Kriterien ab:

Auswahlkriterien der geeigneten Maßnahmen

  • Gebrauchsklasse der Konstruktion bzw. des Bauteils nach DIN 68800
  • Welches Holzschutzmittel?
  • Wo?
  • Wieviel?
  • Wogegen?

Ich als Verfasser halte integrierte Holzschutzkonzepte – speziell bezogen auf das Bauwerk und dessen Nutzung – für den einzig sinnvollen Weg. Kommt man im Zuge der Analyse (Bestandteil des Holzschutzgutachtens) zum Schluss, dass dass ein zielgerichteter Einsatz vorbeugender Holzschutzmittel unvermeidbar und umwelthygienisch ist und alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind, so bietet das dem Bauherren, dem Ausführenden und auch der Umwelt ein gutes Maß an Sicherheit.

Qualifizierte Fachleute erkennen Sie u.a. daran, dass sie einen Sachkundenachweis für Bekämpfenden oder Holzschutz am Bau oder für vorlegen können. Hier finden Sie Informationen über den Inhalt der Zusatzausbildung: Sachkundiger/Sachkundige für Holzschutz; somit haben Sie mit der Frage nach einem Sachkundenachweis eine gute zusätzliche Möglichkeit, Fachbetriebe zu erkennen. es muß aber auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Sachkundenachweis vor allem das Gefahrstoffrecht betrifft und keine alleinige Garantie für das Gelingen Ihres Bauprojektes darstellt.

Mehr Infos?

Gern können Sie bei uns weitere Informationen erfragen, hier erfahren Sie mehr über unsere Leistungen.

Sanierungskosten in manchen Fällen steuerlich absetzbar

Laut eines Urteils des BFH (AZ VI R 70/10 ff.) vom 29.03.2012 können Sanierungskosten bezüglich des Echten Hausschwammes steuerlich als außergewöhnliche Belastung absetzbar sein, wenn verschiedene Voraussetzungen vorliegen und insbesondere kein Fehlverhalten… vorliegt (gefunden bei: ImmobilienScout24.de).

Ein ähnliches Urteil des BFH (AZ VI R 21/11) behandelt ein verwandtes Thema: Die Sanierung eines Gebäudes beim Vorhandensein gesundheitsschädigender Stoffe (Holzschutzmittel?). Dieses Urteil wurde bei steuertipps.de gefunden. Doch sicherlich gibt es noch mehr Urteile.

Fazit: Sind Sie davon betroffen, ist eine Beratung bei Ihrem Rechtsanwalt oder Steuerberater durchaus sinnvoll.

Anmerkung: Dies ist keine Rechtsberatung. Konsultieren Sie auf jeden Fall Ihre Rechtsanwältin / Ihren Rechtsanwalt, um fachkundig und speziell beraten werden zu können.

Holzschaden